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Die Geschichte des Kaffeevollautomaten

Heute haben die praktischen Kaffeevollautomaten in vielen deutschen Haushalten ein zu Hause gefunden. Dabei waren die Geräte noch vor wenigen Jahrzehnten fast vollkommen unbekannt. Es sollte Jahrzehnte dauern, bis die Idee von einer kleinen Maschine, die auf Knopfdruck Kaffee herstellt, Cappuccino zaubert oder Espresso brüht, zur Serienreife gelangte.

Der erste Kaffeevollautomat

Erfahren Sie mehr über die Geschichte des KaffeevollautomatenDer Traum vom handlichen Elektrogerät, dass den Genuss von Kaffee vereinfacht, beschäftigte seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts findige Ingenieure, die sich von einer bereits vorhandenen Maschine inspirieren ließen. In den Selbstbedienungsautomaten, die dem Vollautomaten vorausging, konnten die Kunden ihre Waren mit einem einfachen Münzeinwurf und einem anschließenden Knopfdruck erlangen.

Der Gedanke des Selbstbedienungsautomaten wurde vom Erfinder Otto Bengtson fortentwickelt, der in den sechziger Jahren am ersten Kaffeevollautomaten forschte. Seine Firma, die Otto Bengtson KG, vetrieb den allerersten Vollautomaten bereits ab 1969. In den siebziger Jahren entwickelte sich dieses Gerät zum Verkaufsschlager. Der Vollautomat des Otto Bengtson wurde zur Grundlage für eine ganze Reihe von Maschinen, die später auf den Markt kommen sollten.

Innovation aus der Schweiz

Doch zunächst wurde es still um die Kaffeevollautomaten. Ende der 70er Jahre schien die Erfindung schon fast in Vergessenheit geraten zu sein. Dann ergriff ein Schweizer Erfinder die Initiative. Er übernahm die Mechanismen, die der Espresso-Maschine zum Erfolg verholfen hatten.

Der Kaffeevollautomat des Arthur Schmed, der im schweizerischen Rütli forschte, übernahm das Druckprinzip und das Prinzip der kurzen Brühdauer von der klassischen Espresso-Maschine, die dem Erfinder in die Hände geraten war. So entstand der erste Kaffeevollautomat, der den Kaffee in kurzer Zeit bereitstellen konnte, nachdem der Knopf gedrückt worden war. Der Ingenieur hatte eine ganz genaue Vorstellung über seine Maschine. So sollte in jeden Haushalt passen und auf Knopfdruck die Kaffee-Spezialitäten brühen, für die Menschen bislang in ein Kaffeehaus gehen mussten.

Jahrelange Forschungen

Erfahren Sie mehr über die Geschichte der Automaten.Arthur Schmed verbrachte die Zeit bis in die frühen 80er Jahre damit, sein Projekt zur Serienreife voranzutreiben. 1980 konnte er endlich seinen Prototyp präsentieren. Er wandte sich an verschiedene Haushaltsgerätefirmen, doch diese zeigten größtenteils kein Interesse. Der Gedanke, dass eine vollautomatisierte Kaffeemaschine erfolgreich sein könnte, schien den Managern wie eine ferne Utopie.

Letztendlich sollte sich der Schweizer Unternehmer Nauer dennoch überzeugen lassen. Der Geschäftsmann schlug sämtliche Einschätzungen seiner Experten, die ihm vehement von dem Projekt abrieten, in den Wind. Stattdessen wagte Nauer das Risiko. Er finanzierte die Fortentwicklung des Prototypen mit einer beträchtlichen Summe, obwohl das Gerät damals noch zu groß war, um tatsächlich in Küchen Platz zu finden.

Dank der Finanzspritze hatte Arthur Schmed Zeit. So ergingen noch einmal fünf weitere Jahre, bis der Kaffeevollautomat endlich auch auf dem Markt erhältlich war. Letztendlich wurde der Vollautomat durch die Haushaltsgerätefirmen Solis und Saeco hergestellt.

Saeco wurde sogar nur zu dem Zweck gegründet, den Kaffeevollautomaten zu produzieren. Zu diesem Zweck war das Unternehmen bereits 1981 erschaffen worden. Ein weiterer Geschäftspartner, Sergio Zappella, und der umtriebige Ingenieur, Arthur Schmed, schritten zur Gründung, die damals als Risiko erschien. Doch die Innovation hat sich gelohnt: Saeco, der Name steht eigentlich für Sergio, Arthur e compagnia, ist heute eine der bekanntesten Hersteller von Kaffeevollautomaten, die auf der ganzen Welt gefragt sind.

Eine Erfindung erobert die Welt

Der erste Vollautomat verkaufte sich gut. In den italienischen Produktionsstätten mussten sogar neue Mitarbeiter angestellt werden, damit die wachsende Nachfrage befriedigt werden konnte. In kurzer Zeit gingen tausende Vorbestellungen ein, obwohl die Lieferzeit das halbe Jahr deutlich überschritt. Der erste Vollautomat, der die Serienreife erreichte, wurde nun in Kaffeehäusern, Privathaushalten und Büros genutzt.

Kaffee gehört auch heute noch zu den beliebtesten Getränken der Welt und ist sowohl im Berufs- als auch im Privatleben kaum noch wegzudenken.

Natürlich wurde auch den den Chefetagen anderer Konzerne das Potential des ersten Kaffeevollautomaten erkannt. In den Ingenieursbüros der großen Haushaltsfirmen wurden die Erfinder beauftragt, ihre eigenen Vollautomaten herzustellen. DeLonghi, AEG, Bauknecht und andere Haushaltsfirmen brachten in der Folge ihre eigene Varianten des Kaffeevollautomaten auf den Markt. Dabei wirkte die sich rasant verändernde Technik auch deutlich auf die Entwicklung der Modelle aus.

Andauernde Veränderungen

Die Bedienelemente des Bosch TES50358DE Kaffee-Vollautomat VeroCafe LatteBereits in den neunziger Jahren wurden die Vollautomaten mit LED-Displays ausgestattet, die die wenigen Leuchtdioden ersetzten und für höheren Bedienkomfort sorgten. Die moderneren Modelle, die nach der Jahrtausendwende auf den Markt kamen, lieferten nicht mehr nur Kaffee, sondern manchmal auch Schokolade. So überraschte DeLonghi die Konkurrenz im Jahr 2003. Damals stellte die Firma ihren Kaffeevollautomaten vor, der auf Knopfdruck sogar Schokolade schmelzen sollte.

Die Geräte verkaufen sich gut, wie auch heute noch der Vergleichssieger beweist. Der Branchenriese Saeco setzte alleine im Jahr 2007 stolze 750.000 Kaffeevollautomaten der aktuellen Generation. Dabei wird noch immer an der Fortentwicklung der Vollautomaten geforscht. Es sind also weitere Innovationen zu erwarten, die das Produkt weiterhin verbessern.

Die großen Hersteller kündigen an, dass die Geräte in Zukunft mit den heimischen Netzwerken oder gar mit dem Internet verbunden sein können. So könnten die Nutzer den Kaffee brühen, indem sie auf einen Knopf in ihrem Smartphone drücken.

Seit dem ersten Prototypen aus Deutschland und dem ersten Massenprodukt aus der Schweiz ist viel Zeit vergangen. In diesen Jahrzehnten hat sich der Vollautomat durchgesetzt. Die spannenden technischen Neuerungen machen Lust auf die Zukunft der Kaffeevollautomaten.